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<title>Kuruzen</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Kuruzen</span></h1>
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<p><b>Kuruzen</b>, auch <i>Kuruzzen</i> oder <i>Kurutzen</i> (<span style="font-style:normal;font-weight:normal"><a href="Ungarische_Sprache" title="Ungarische Sprache">ungarisch</a></span> <span lang="hu-Latn" style="font-style:italic"><i>kuruczok/kurucok</i></span>, Sg. <i>kuruc(z)</i>, <span style="font-style:normal;font-weight:normal"><a href="Slowakische_Sprache" title="Slowakische Sprache">slowakisch</a></span> <span lang="sk-Latn" style="font-style:italic"><i>kuruci</i></span>, Sg. <i>kuruc</i>, <span style="font-style:normal;font-weight:normal"><a href="Rum%C3%A4nische_Sprache" title="Rumänische Sprache">rumänisch</a></span> <span lang="ro-Latn" style="font-style:italic"><i>curuți</i></span>, Sg. <i>curuț</i>), waren eine Gruppe von bewaffneten <a href="Habsburg" title="Habsburg">antihabsburgischen</a> Aufständischen im Königreich Ungarn von 1671 bis 1711. Getragen vom verarmten niederen <a href="Ungarischer_Adel" class="mw-redirect" title="Ungarischer Adel">ungarischen Adel</a> und den Bauern, eroberten sie von <a href="Siebenb%C3%BCrgen" title="Siebenbürgen">Siebenbürgen</a> aus in mehreren Wellen weite Teile Ungarns und drangen wiederholt in Österreich ein, bevor sie von kaiserlichen Truppen besiegt wurden. Zeitweise wurden die Aufstände von den <a href="T%C3%BCrken" title="Türken">Türken</a> unterstützt und fielen mit dem <a href="Gro%C3%9Fer_T%C3%BCrkenkrieg" title="Großer Türkenkrieg">Großen Türkenkrieg</a> (1683–1699) zusammen.
</p><p>Der Fluch „Kruzitürken!“ zum Ausdruck des Zorns über eine unerfreuliche Entwicklung entstand als Zusammenziehung von „Kuruzen und <a href="T%C3%BCrken" title="Türken">Türken</a>“.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Auslöser_der_Kuruzenaufstände"><span id="Ausl.C3.B6ser_der_Kuruzenaufst.C3.A4nde"></span>Auslöser der Kuruzenaufstände</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Vorgeschichte">Vorgeschichte</h3></div>
<p>Schon vor den Kuruzen gab es immer wieder Aufstände und Revolten im Osten des Habsburgerreiches. Nach György Dózsa revoltierten von 1604 bis 1645 nacheinander <a href="Stephan_Bocskay" class="mw-redirect" title="Stephan Bocskay">Stephan Bocskay</a>, <a href="Gabriel_Bethlen" title="Gabriel Bethlen">Gabriel Bethlen</a>, Peter Császár und <a href="Georg_I._R%C3%A1k%C3%B3czi" title="Georg I. Rákóczi">Georg I. Rákóczi</a> meist mit osmanischer Unterstützung von Nordungarn oder Siebenbürgen aus. Alle diese Aufstände wurden niedergeschlagen.
</p><p>Der <a href="Frieden_von_Vasv%C3%A1r" class="mw-redirect" title="Frieden von Vasvár">Frieden von Vasvár</a> 1664, bei dem Kaiser <a href="Leopold_I._(HRR)" title="Leopold I. (HRR)">Leopold I.</a> den Türken trotz einer <a href="Schlacht_bei_Mogersdorf" title="Schlacht bei Mogersdorf">türkischen Niederlage</a> (1663–1664) weite Gebiete im Königlichen Ungarn überließ, empörte viele <a href="Adel" title="Adel">Adelige</a> in Ungarn gegen die Habsburger. Es kam daher 1664–1670/71 zur <a href="Magnatenverschw%C3%B6rung" title="Magnatenverschwörung">Magnatenverschwörung</a>, einer Adeligenverschwörung im Gebiet der heutigen Slowakei, Ungarns und Kroatiens gegen Habsburg, die aufgedeckt und zerschlagen wurde. Diese Verschwörer wurden aber nicht als Kuruzen bezeichnet, denn dort handelte der Hochadel des Königlichen Ungarns, unter anderen <a href="Franz_Wessel%C3%A9nyi" title="Franz Wesselényi">Franz Wesselényi</a>, <a href="Petar_Zrinski" title="Petar Zrinski">Petar Zrinski</a>, <a href="Fran_Krsto_Frankopan" title="Fran Krsto Frankopan">Fran Krsto Frankopan</a>, <a href="Franz_I._R%C3%A1k%C3%B3czi" title="Franz I. Rákóczi">Franz I. Rákóczi</a> und <a href="Stephan_II._Th%C3%B6k%C3%B6ly" title="Stephan II. Thököly">Stephan II. Thököly</a>.
</p><p>Nach der militärischen Niederschlagung der Verschwörung Wesselényis durch kaiserliche Truppen im Jahre 1670 sah die kaiserliche Regierung ihre Gelegenheit zu <a href="Absolutismus" title="Absolutismus">absolutistischen</a> Maßnahmen. Unter der Leitung von Graf <a href="Johann_von_Rottal" title="Johann von Rottal">Johann von Rottal</a> nahm im selben Jahr ein Untersuchungsausschuss in <a href="Levo%C4%8Da" title="Levoča">Leutschau</a> seine Tätigkeit auf und wurde zu einem Sondergericht in <a href="Bratislava" title="Bratislava">Pressburg</a> umgewandelt, der 1671 über 200 verdächtige Adlige, einschließlich <a href="Protestanten" class="mw-redirect" title="Protestanten">protestantischer</a> <a href="Kleriker" class="mw-redirect" title="Kleriker">Kleriker</a>, vorlud. Die meisten wurden wieder entlassen, einige bekamen lebenslänglich, sieben wurden hingerichtet, drei davon in Pressburg. Viele flohen bereits 1670 massenweise in das <a href="F%C3%BCrstentum_Siebenb%C3%BCrgen" title="Fürstentum Siebenbürgen">Fürstentum Siebenbürgen</a>, einen selbständigen türkischen Vasallenstaat, oder in das von den Türken direkt besetzte Ungarn; ihre Besitztümer wurden von den Habsburgern beschlagnahmt. Betroffen waren die Familien <a href="N%C3%A1dasdy" title="Nádasdy">Nádasdy</a>, <a href="Zrinski_(Adelsgeschlecht)" title="Zrinski (Adelsgeschlecht)">Zrinski</a>, Thököly, Wesselenyi und andere. Darüber hinaus wurde die <a href="Gegenreformation" title="Gegenreformation">Gegenreformation</a> verstärkt und die Steuern wurden deutlich angehoben. Oft erfolgte der Einsatz habsburgischer Truppen, um den Evangelischen ihre Kirchen gewaltsam zu entreißen, was diverse Unruhen hervorrief.
</p><p>Den geflohenen Adeligen im <a href="Exil" title="Exil">Exil</a>, die sich selber als <i>bujdosók</i> (ung. ‚Landflüchtlinge‘) bezeichneten, schlossen sich bald in der Hoffnung auf Beschäftigung schlecht bezahlte sowie seit Ende 1671 wegen <a href="Rationalisierung_(%C3%96konomie)" title="Rationalisierung (Ökonomie)">Rationalisierungsmaßnahmen</a> entlassene Soldaten aus den antitürkischen Grenzfestungen sowie Untertanen aus den Städten und dem mittleren Bürgertum an. Somit war die Niederschlagung der Verschwörung erst der Auslöser der blutigen Kuruzenaufstände.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Begriffsbedeutung">Begriffsbedeutung</h3></div>
<p>Die Herkunft des Namens ist zum Teil umstritten:
</p>
<ol><li>Gemäß dem <a href="A_Pallas_nagy_lexikona" title="A Pallas nagy lexikona">Pallas Lexikon</a> (1893–1897) ist das Wort wie viele andere militärische Fachausdrücke im Ungarischen türkischen Ursprungs. <i>Khurudzs</i> bedeute demnach „Aufständischer“ und „<a href="Insurrektion" title="Insurrektion">Insurgent</a>“. Dies entspricht der gängigen ungarischen Meinung. Möglich wäre auch die Verwandtschaft des Wortes mit dem türkischen <i>koruyucu</i>, welches „Beschützer“ bedeutet.</li>
<li>Nach einigen Historikern ist die Bezeichnung vom <a href="Lateinische_Sprache" class="mw-redirect" title="Lateinische Sprache">lateinischen</a> <i>crux</i>, <i>cruciatus</i> („Kreuz“, „Kreuzigung“) abgeleitet und bezeichnete entsprechend ursprünglich im 15. Jahrhundert allgemein die Kreuzzugteilnehmer (<a href="Kreuztr%C3%A4ger" class="mw-disambig" title="Kreuzträger">Kreuzträger</a>) und auch die Kreuzzugteilnehmer des György Dózsa im Königreich Ungarn, die sich 1514 erhoben hatten.</li>
<li>Dagegen wird eingewendet, dass „Kreuzfahrer“ oder „Kreuzzugsteilnehmer“ auf Ungarisch „Keresztes“ heißen. Der Name „Kuruzen“ leitet sich demnach von dem ungarischen Eigenschaftswort „kuruc“ her, welches „schneidig, widerborstig, aufrührerisch“ bedeutet.</li></ol>
<p>Nachdem sich jedoch 1514 die arme Bevölkerung des Königreichs, die ursprünglich als Kreuzzugteilnehmer-Kuruzen versammelt worden war, im heutigen Ungarn und der Süd<a href="Slowakei" title="Slowakei">slowakei</a> mit dem Aufstand von <a href="Gy%C3%B6rgy_D%C3%B3zsa" title="György Dózsa">György Dózsa</a>, dem Ungarischen Bauernaufstand, gegen den Adel aufgelehnt hatte, gewann der Begriff eine neue Bedeutung. Er stand für Rebellen, Aufständische u. ä. Gleich nach Dózsas Aufstand trat der Begriff in den Hintergrund und wurde erst in den 60er Jahren des 17. Jahrhunderts wieder aufgegriffen. Er tauchte dann wieder als <i>kurus</i>, <i>kuroc</i> oder <i>kurudsch</i> mit der Bedeutung Räuber, Bandit auf.
</p><p>Der Begriff wurde 1671 von Meni, dem <a href="Beylerbey" title="Beylerbey">Beglerbeg</a> <a href="Pascha_(Titel)" title="Pascha (Titel)">Pascha</a> von <a href="Eger_(Ungarn)" title="Eger (Ungarn)">Eger</a>, zur Bezeichnung der überwiegend adligen Flüchtlinge nach der <a href="Magnatenverschw%C3%B6rung" title="Magnatenverschwörung">Magnatenverschwörung</a> aus dem Gebiet der Slowakei, die damals das habsburgische Gebiet „Königliches Ungarn“ war, verwendet. Danach bürgerte sich der Name schnell ein und wurde 1671–1711 in ungarisch-, slowakisch- und türkischsprachigen Texten als die Bezeichnung für Aufständische im Königlichen Ungarn und dem nördlichen Großfürstentum Siebenbürgen gebraucht. Es handelte sich dabei um die letzte Phase der seit 1604 andauernden antihabsburgischen Aufstände (1604–1711), die sich bis auf den <a href="Aufstand_von_Franz_II._R%C3%A1k%C3%B3czi" title="Aufstand von Franz II. Rákóczi">Aufstand von Franz II. Rákóczi</a> fast ausschließlich auf dem Gebiet der heutigen Slowakei abspielten. Franz II. Rákóczi selbst verwendete den Namen jedoch nicht, und statt des Begriffes Kuruzen gebrauchten die damaligen Quellen oft auch das Wort die <i>Malcontenten</i> (französisch ‚Unzufriedene‘, ‚Aufständische‘).
</p><p>In den heutigen Geschichtstexten wird der Begriff Kuruzen fast nur in dieser letzten Bedeutung verwendet. Der Gegenbegriff zu Kuruzen waren seit 1526, häufiger seit 1678, die <a href="Labanzen" title="Labanzen">Labanzen</a>.
</p><p>Während des Rákóczi-Aufstandes wurde in der <a href="Steiermark" title="Steiermark">Steiermark</a>, <a href="Nieder%C3%B6sterreich" title="Niederösterreich">Niederösterreich</a> und dem heutigen <a href="Burgenland" title="Burgenland">Burgenland</a> die <a href="Kuruzzenschanze" title="Kuruzzenschanze">Kuruzzenschanze</a> errichtet, ein System von Palisaden und Erdwällen, deren Überreste heute unter Denkmalschutz stehen. Der <a href="Fehring" title="Fehring">Fehringer</a> <a href="Kuruzzenkogel" title="Kuruzzenkogel">Kuruzzenkogel</a>, eine ehemalige <a href="Kreidfeuer" title="Kreidfeuer">Kreidfeuerstation</a>, erhielt seinen Namen nach den Aufständischen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Übersicht"><span id=".C3.9Cbersicht"></span>Übersicht</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Gliederung_der_Aufstände"><span id="Gliederung_der_Aufst.C3.A4nde"></span>Gliederung der Aufstände</h3></div>
<p>Die Kuruzenaufstände sind eine Sammelbezeichnung für folgende Aufstände:
</p>
<ul><li>Erster Kuruzenfeldzug (1672)</li>
<li>Kuruzen-<a href="Asymmetrische_Kriegf%C3%BChrung" title="Asymmetrische Kriegführung">Partisanenkrieg</a> (1672–1678)</li>
<li>Aufstand von <a href="Emmerich_Th%C3%B6k%C3%B6ly" title="Emmerich Thököly">Emmerich Thököly</a>, auch <i>Kuruzenaufstand</i> oder <i>Zweiter Kuruzenfeldzug</i> (1678–1687/88)</li>
<li>Kleinere Aufstände in <a href="Pre%C5%A1ov" title="Prešov">Prešov</a>/Eperies und <a href="Tokaj_(Stadt)" class="mw-redirect" title="Tokaj (Stadt)">Tokaj</a> (1697)</li>
<li><a href="Aufstand_von_Franz_II._R%C3%A1k%C3%B3czi" title="Aufstand von Franz II. Rákóczi">Aufstand von Franz II. Rákóczi</a>, auch <i>Kuruzenkrieg</i>, <i>Freiheitskampf des Franz II. Rákóczi</i> (1703–1711)</li></ul>
<p>Als Kuruzenaufstand wird in der deutschsprachigen Literatur oft fälschlicherweise der Zeitraum 1671/72–1680 bezeichnet. 1680 wurde Thököly zwar offiziell Kuruzen-Anführer, de facto jedoch bereits 1678. Das Ende des Aufstands von Emmerich Thököly wird wiederum oft fälschlicherweise mit 1682 statt 1687/88 angegeben. 1682 wurde zwar ein Waffenstillstand unterzeichnet und Thököly wurde zum Fürsten, der Kampf mit den Kuruzen in Oberungarn (der heutigen Slowakei) ging aber parallel zum Großen Türkenkrieg intensiv weiter.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Zusammensetzung_der_Aufständischen"><span id="Zusammensetzung_der_Aufst.C3.A4ndischen"></span>Zusammensetzung der Aufständischen</h3></div>
<p>Die Kuruzen waren überwiegend diverse geflohene Untertanen sowie Soldaten, die von den <a href="Habsburg" title="Habsburg">habsburgischen</a> antitürkischen Grenzfestungen entlassen worden waren, aber auch einige Adlige, vor allem diejenigen, die 1671 nach der <a href="Magnatenverschw%C3%B6rung" title="Magnatenverschwörung">Magnatenverschwörung</a> geflüchtet waren. Von der ethnischen Zusammensetzung her handelte es sich größtenteils um <a href="Slowaken" title="Slowaken">Slowaken</a>, <a href="Kroaten" title="Kroaten">Kroaten</a> und <a href="Ruthenen_(Habsburgermonarchie)" title="Ruthenen (Habsburgermonarchie)">Ruthenen</a>/<a href="Ukrainer" title="Ukrainer">Ukrainer</a>, aber auch sehr viele <a href="Magyaren" title="Magyaren">Magyaren</a>. Obwohl überwiegend protestantische Adelige zu den Kuruzen kamen, gab es auch viele Katholiken bei den Aufständischen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Die_Kuruzenaufstände_von_1671/72–1711"><span id="Die_Kuruzenaufst.C3.A4nde_von_1671.2F72.E2.80.931711"></span>Die Kuruzenaufstände von 1671/72–1711</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Erster_Kuruzenfeldzug">Erster Kuruzenfeldzug</h3></div>
<p>Der Erste Kuruzenfeldzug begann im Frühling 1672, als die von István Petróczy, einem protestantischen Baron, und von <a href="Michael_II._Teleki" title="Michael II. Teleki">Michael II. Teleki</a>, dem Kanzler von Siebenbürgen, geführten und von den Osmanen unterstützten Kuruzen Teile der Ostslowakei eroberten und dort die katholischen Priester auswiesen. Im Sommer entstand zugleich der so genannte Arwa- oder Pika-Aufstand, bei dem Kuruzen unter der Führung von Gašpar Pika in die Komitate <a href="Komitat_Liptau" title="Komitat Liptau">Liptau</a> und <a href="Komitat_Arwa" class="mw-redirect" title="Komitat Arwa">Arwa</a> vordrangen und mit Hilfe eines Aufstands fast der gesamten dortigen Bevölkerung im Oktober die wichtige <a href="Arwaburg" title="Arwaburg">Arwaburg</a> eroberten. Die Kuruzen in der heutigen Ostslowakei wurden in der Schlacht von <a href="%C4%8Eurkov" title="Ďurkov">Ďurkov</a> im Oktober und die in der Arwa im November von den habsburgischen Truppen geschlagen. Pika und 25 seiner örtlichen Anhänger wurden <a href="Hinrichtung" title="Hinrichtung">hingerichtet</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Partisanenkrieg">Partisanenkrieg</h3></div>
<p>Die Folgen der Niederschlagung dieses ersten Kuruzen-Feldzugs waren wieder verheerend. 1672–1678 folgte ein Partisanenkrieg der Kuruzen in Oberungarn, seit 1673 unter der Führung des Katholiken Paul Wesselényi, ab 1675 dann unter der Führung des evangelischen Kanzlers von Siebenbürgen, <a href="Michael_II._Teleki" title="Michael II. Teleki">Michael Teleki</a>. Die Anzahl der Kuruzen nahm dabei ständig zu, und die heutige Ostslowakei wurde weitgehend verwüstet. Sie wurden von Siebenbürgen sowie seit 1677 wegen eines seit 1673 dauernden Krieges Frankreichs gegen Österreich von <a href="Frankreich" title="Frankreich">Frankreich</a> unterstützt. Es handelte sich dabei um einen Bürgerkrieg, in dem die Kuruzen gegen kaiserliche Truppen sowie gegen pro-habsburgische Adlige und Städte kämpften. Eine andere Folge war die Einführung eines achtköpfigen Rats, bestehend aus vier Ungarn und vier Österreichern, unter Johann Kaspar Ambringen als autoritäre Regierung im habsburgischen Ungarn im Jahre 1673. Das Königliche Ungarn wurde zu einer habsburgischen Provinz erklärt, das traditionelle Amt des <a href="Palatin_(Ungarn)" title="Palatin (Ungarn)">Palatins</a>, die höchste Funktion im Königlichen Ungarn, der <a href="Reichstag_(Ungarn)" title="Reichstag (Ungarn)">Landtag</a> sowie die ganze Verfassung wurden aufgehoben. Im Religionsbereich hatte der gescheiterte Feldzug eine neue Welle der aggressiven Verfolgung von Protestanten zur Folge. 1673/74 fand am Sondergericht von Pressburg ein riesiges Verfahren gegen die Evangelischen statt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Aufstand_von_Emmerich_Thököly"><span id="Aufstand_von_Emmerich_Th.C3.B6k.C3.B6ly"></span>Aufstand von Emmerich Thököly</h3></div>
<p>Seit 1677 nahm auch der evangelische Adelige <a href="Emmerich_Th%C3%B6k%C3%B6ly" title="Emmerich Thököly">Emmerich Thököly</a>, der 1670 aus der Arwa-Burg seines Vaters <a href="Stephan_II._Th%C3%B6k%C3%B6ly" title="Stephan II. Thököly">Stephan Thököly</a> geflohene Neffe von István Petróczy, an dem Kuruzenaufstand teil. Im Oktober 1677 schlugen polnische Truppen im Dienste Frankreichs die habsburgischen Truppen im <a href="Komitat_M%C3%A1ramaros" title="Komitat Máramaros">Komitat Máramaros</a> im heutigen Rumänien, was die Kuruzen veranlasste, statt des Partisanenkriegs von Siebenbürgen aus einen neuen Feldzug zu beginnen. Dieser leitete den <i>Aufstand von Emmerich Thököly</i> (1678–1687) ein. Den Kern der Kuruzen bildeten zur Zeit des auch als „slowakischer König“ oder „Kuruzenkönig“ bezeichneten Thökölys, ehemalige Grenzsoldaten sowie zahlreiche zweifelhafte Personen, die sich der zivilen Bevölkerung gegenüber schlimmer verhielten als die Türken, die große Teile des heutigen Ungarn besetzt hielten. 1680 eroberten die Kuruzen mit Ausnahme gut befestigter Städte wie Pressburg das gesamte Oberungarn und einen Teil <a href="M%C3%A4hren" title="Mähren">Mährens</a>.
</p><p>Thökölys Erfolge sowie ein bevorstehender Krieg gegen die Türken zwangen den Kaiser den achtköpfigen Regierungsrat von 1673 aufzuheben und 1681 in <a href="Sopron" title="Sopron">Ödenburg</a> den ungarischen Landtag wieder einzuberufen. Der seit 1681 auch von den Türken unterstützte Thököly wurde 1682 von den Türken zum König Oberungarns, das heißt der Slowakei, erklärt. Sein Fürstentum (1682–1685) reichte im Westen bis zum Fluss <a href="Waag" title="Waag">Waag</a>. Der von den Türken unterstützte Aufstand Thökölys deckte sich in seiner letzten Phase mit dem <a href="Gro%C3%9Fer_T%C3%BCrkenkrieg" title="Großer Türkenkrieg">Großen Türkenkrieg</a> (1683–1699) zwischen den Habsburgern und den Türken. Viele Kuruzen kämpften in der <a href="Osmanische_Armee" title="Osmanische Armee">türkischen Armee</a> und nahmen an der <a href="Zweite_T%C3%BCrkenbelagerung" class="mw-redirect" title="Zweite Türkenbelagerung">zweiten Türkenbelagerung Wiens</a> teil. Nach der Niederlage der Türken vor <a href="Wien" title="Wien">Wien</a> am 12. September 1683 endete langsam Thökölys Aufstand. Nachdem bekannt geworden war, dass die Türken Thököly 1685 inhaftiert hatten, weil sie ihn als den Verursacher des Großen Türkenkriegs betrachteten, verloren die Kuruzen im selben Jahr ihre Hauptstadt <a href="Ko%C5%A1ice" title="Košice">Kaschau</a>. 1688 fiel schließlich die Festung von <a href="Mukatschewo" title="Mukatschewo">Mukatschewo</a> in der heutigen <a href="Ukraine" title="Ukraine">Ukraine</a> unter der Führung von Thökölys Frau <a href="Jelena_Zrinski" title="Jelena Zrinski">Helena Zrinska</a> als letzte Kuruzen-Festung in die Hände der Kaiserlichen.
</p><p>Als Folge des Aufstands Thökölys wurden 1687 nach dem „<a href="M%C3%A4rtyrer_von_Eperjes" title="Märtyrer von Eperjes">Eperieser Blutgericht</a>“ 24 Personen, die letzten Anhänger Thökölys, aber auch unschuldige Protestanten, öffentlich hingerichtet. Vorsitzender des Tribunals war <a href="Generalkriegskommissar" title="Generalkriegskommissar">Generalkriegskommissar</a> <a href="Antonio_von_Caraffa" title="Antonio von Caraffa">Antonio von Caraffa</a>, der zum Teil eine Verschwörung erfand, um an das Geld der Verurteilten zu kommen. Der Kaiser löste das Gericht anschließend schnell auf.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Kleinere_Aufstände"><span id="Kleinere_Aufst.C3.A4nde"></span>Kleinere Aufstände</h3></div>
<p>In den Folgejahren ging die Auseinandersetzung um die Restaurierung des politischen und gesellschaftlichen Systems im Königlichen Ungarn weiter, darunter der <a href="Aufstand_von_Franz_II._R%C3%A1k%C3%B3czi#Ursachen" title="Aufstand von Franz II. Rákóczi">Aufstand von Franz II. Rákóczi</a>. 1697 brach in der Stadt <a href="Pre%C5%A1ov" title="Prešov">Eperjes</a> ein neuer kleiner Kuruzenaufstand aus, der sich dann in die <a href="Komitat" title="Komitat">Komitate</a> <a href="Komitat_S%C3%A1ros" title="Komitat Sáros">Komitat Sáros</a> und <a href="Komitat_Semplin" title="Komitat Semplin">Komitat Semplin</a> ausbreitete. In der Gegend von <a href="Tokaj_(Stadt)" class="mw-redirect" title="Tokaj (Stadt)">Tokaj</a> ging es konkret um die Steuerfreiheit des Weinanbaus. Aber die Armee schlug den Aufstand schnell nieder.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Aufstand_von_Franz_II._Rákóczi"><span id="Aufstand_von_Franz_II._R.C3.A1k.C3.B3czi"></span>Aufstand von Franz II. Rákóczi</h3></div>
<p>1703–1711 folgte der große <a href="Aufstand_von_Franz_II._R%C3%A1k%C3%B3czi" title="Aufstand von Franz II. Rákóczi">Aufstand von Franz II. Rákóczi</a>, mit dem die Kuruzenaufstände 1711 endeten.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Slowakei_in_der_fr%C3%BChen_Neuzeit" title="Slowakei in der frühen Neuzeit">Slowakei in der frühen Neuzeit</a></li>
<li><a href="Magnatenverschw%C3%B6rung" title="Magnatenverschwörung">Magnatenverschwörung</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li><a href="Franz_Theuer" title="Franz Theuer">Franz Theuer</a>: <i>Brennendes Land. Kuruzzenkriege. Ein historischer Bericht</i> (= Ein Böhlau-Sonderband). Böhlau, Wien u. a. 1984, ISBN 3-205-07255-3.</li>
<li>Ferenc Örsi : <a href="Kapit%C3%A4n_Tenkes" title="Kapitän Tenkes">Kapitän Tenkes</a> (ungarisch A Tenkes kapitánya) Ein Abenteuerroman</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Film">Film</h2></div>
<p>Als ungarische Fernsehserie von 1963 (Kapitän Tenkes, ungarisch A Tenkes kapitánya) wurden die Eignisse nach dem gleichnamigen Abenteuerroman von Ferenc Örsi (1927–1994) in Szene gesetzt. (13 Folgen (je ca. 25 min)).
Eine Compilation ist auch als Kinofassung gezeigt worden.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Theater">Theater</h2></div>
<p>Lutz Hillmann: „Der Kapitän vom Tenkesberg“, am 28. Juni 2007 in Bautzen als Theaterstück uraufgeführt.
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<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li><a href="Der_Standard" title="Der Standard">Der Standard</a>: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.derstandard.at/story/553680/befreiung-ohne-begeisterung"><i>Befreiung ohne Begeisterung</i></a>; Ausgabe vom 21. April 2001: „Mit der Eroberung von Budapest setzten sich die Habsburger in den Besitz von ganz Ungarn, als dessen rechtmäßige Erben sie sich seit 1526 betrachteten. Der ungarische Adel sah die Befreiung mit gemischten Gefühlen.“</li>
<li>Harald Skala: <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.kuk-wehrmacht.de/gefechte/17080803.html"><i>Die letzte Schlacht Franz Rákoczy II, Fürst von Siebenbürgen und seines Kurutzenheeres vor Trencin am 3. 8. 1708</i></a>; kuk-wehrmacht.de: Österreichische Militärgeschichte</li>
<li>Magyar Pavilon: <style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261891140">
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</style><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20050317094048/http://www.idg.hu/expo/hosok_tere/gero/Rakoczi.html"><i>Ferenc Rákóczi II</i></a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 17. März 2005 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>)</li></ul></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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